Stromnetz wird schrittweise intelligent

(vom 23.08.2017)

TWS Netz übernimmt Verantwortung für die Digitalisierung der Stromversorgung und bringt so Dynamik in die Energiewende

RAVENSBURG. Bundesweit werden die Versorgungsnetze für Strom Schritt für Schritt auf digitale Technik umgestellt. Die TWS Netz GmbH übernimmt diese Aufgabe in Ravensburg und Weingarten und hat sich dafür bei der Bundesnetzagentur auch entsprechend registriert. Künftig kümmert sich das Unternehmen auch offiziell um die Ausstattung der Verbraucher im Netzgebiet mit digitalen Stromzählern – bis 2032 sollen rund 46.000 installiert sein. Das kommunal verankerte Unternehmen ist seit 30. Juni als „grundzuständiger Messstellenbetreiber“ für die beiden Städte bei der Bundesnetzagentur registriert. „Der Rollout moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme ist ein wichtiger Schritt für die Energiewende. Mit der genaueren Kenntnis von Verbrauchs- und Einspeisedaten kann das Potential der erneuerbaren Energien besser ausgeschöpft werden“, hält Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz, fest. Die Erfassung dieser Daten übernehmen künftig intelligente Messsysteme. Das Ziel des örtlichen Netzbetreibers: „In Ravensburg und Weingarten speisen rund 1.000 Anlagen Strom aus Sonnenenergie oder aus hocheffizienten Blockheizkraftwerken ein. Diesen möchten wir Vorfahrt gewähren.“ Aus diesem Grund stattet die TWS Netz auch zuerst die großen Einspeiser mit intelligenten Messsystemen aus. Das sind digitale Stromzähler, die zusätzlich über eine Kommunikationseinheit verfügen, das sogenannte Gateway. Dieses sendet Einspeise- und Verbrauchsdaten dann an den Netzbetreiber.

Einbau ab 2018

Losgehen wird der Einbau der intelligenten Messsysteme allerdings erst 2018: „Noch stehen keine zugelassenen Geräte zur Verfügung. Diese durchlaufen derzeit strenge Zertifizierungsprozesse, bei denen die Datensicherheit eine große Rolle spielt“, informiert Helmut Hertle. Die TWS Netz werde nur intelligente Messsysteme einbauen, die vom Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik, kurz BSI, freigegeben sind.

Kleine Lösung für Haushalte

Neben den Einspeisern erhalten die großen Stromverbraucher in Ravensburg und Weingarten intelligente Messsysteme, die nach außen kommunizieren können. Für Verbraucher, die weniger als 6.000 Kilowattstunden Strom im Jahr beziehen, bleibt diese große Lösung freiwillig; sie bekommen eine sogenannte moderne Messeinrichtung ohne Kommunikationseinheit. „Das ist eine Vorstufe. Es handelt sich dabei um einen digitalen Stromzähler, der die Verbrauchsdaten 24 Monate speichert“, erläutert der Geschäftsführer zur Abgrenzung. Die Daten der modernen Messeinrichtungen werden auch künftig durch einen Ableser erfasst. Allerdings lassen sich auch die einfachen digitalen Stromzähler nachträglich mit einem Gateway aufrüsten.

Schulterschluss mit Partnern

Der organisatorische Aufwand für den Rollout ist enorm, auch weil Abläufe und Arbeitsprozesse komplett neu gedacht werden müssen. Hier pflegt die TWS Netz einen intensiven Austausch mit sieben weiteren Netzbetreibern in der Region Allgäu-Schwaben in einer eigens gegründeten Gesellschaft, die auch einen gemeinsamen Einkauf und künftig eine Datenadministration zum Ziel hat. „Ich sehe großes Potential in der Digitalisierung“, berichtet Helmut Hertle abschließend. Eine hohe Versorgungssicherheit und die optimale Nutzung erneuerbarer Energien seien der Lohn. Realistisch seien auch Stromtarife, die Nutzungszeiten und Witterung einbeziehen. Das brauche aber noch etwas Zeit.

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