TWS investiert Millionen in die Zukunftsfähigkeit ihres Stromnetzes

(vom 25.02.2015)

TWS Netz stellt Erneuerungskonzept für Stromversorgung vor

Die Umspannstation in der Weinbergstraße in Weingarten ist bereits erneuert. Innerhalb von 15 Jahren werden 150 dieser Umspannstationen komplett mit modernster Technik ausgestattet. Dies ist Teil des Erneuerungskonzepts der TWS.
Die Umspannstation in der Weinbergstraße in Weingarten ist bereits erneuert. Innerhalb von 15 Jahren werden 150 dieser Umspannstationen komplett mit modernster Technik ausgestattet. Dies ist Teil des Erneuerungskonzepts der TWS.

RAVENSBURG. Über zehn Millionen Euro investiert die TWS Netz GmbH (TWS Netz) allein in diesem und im nächsten Jahr in die Erweiterung und Umstrukturierung des örtlichen Stromnetzes. Mit diesen Investitionen macht die TWS ihr Stromnetz fit für die Energiezukunft. „Diese Maßnahme ist ein Teil unseres Erneuerungskonzepts. Ziel ist eine langfristig hohe Versorgungssicherheit aller Kunden in unserem Versorgungsgebiet“, erläutert Helmut Hertle, Geschäftsführer der TWS Netz.
Die regionale Netzgesellschaft hat das Stromnetz in Ravensburg und Weingarten 2011 von der EnBW übernommen. Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung stand von Anfang an für die TWS Netz an oberster Stelle. „Wir haben deshalb unser Netz noch viel genauer als über die normalen Qualitätskontrollen hinaus, unter die Lupe genommen“, erklärt Helmut Hertle. Auf Basis dieser umfangreichen Analyse entstand ein Erneuerungskonzept, das die Anlagen und Netze noch fitter für die Zukunft macht. Es beinhaltet im Wesentlichen drei Maßnahmen, die aufeinander abgestimmt in den nächsten Jahren durchgeführt werden.

Versorgungssicherheit hat oberste Priorität
Gestartet ist das umfangreiche Erneuerungskonzept bereits mit dem Bau von neuen Umspannstationen. In den Häuschen, etwas kleiner als eine Garage, arbeitet eine Technik, die den Strom von 20.000 Volt in der Mittelspannung auf die Haushaltsspannung von 230 Volt bringt. In ihrem Versorgungsgebiet betreibt die TWS Netz 340 davon. Innerhalb von 15 Jahren werden 150 dieser Umspannstationen komplett mit modernster Technik ausgestattet. Dafür stehen 7,5 Millionen Euro bereit.
Ein weiterer Teil der Investitionen fließt unter die Erde: Ab Ende Februar verlegt die TWS Netz in Ravensburg neue Mittelspannungskabel vom Umspannwerk in der Schützenstraße auf den beiden Versorgungstrassen in Richtung Landratsamt und Deisenfang. Damit beginnt der Austausch von insgesamt 14 Kilometer Mittelspannungskabel. Bis Ende 2016 will der Netzbetreiber dieses Projekt umgesetzt haben. „Bei der Analyse haben wir festgestellt, dass an einem bestimmten Typ von Mittelspannungskabeln – welche unter der Erde verlegt sind – eine ungewöhnliche Korrosion an manchen Stellen entsteht. Diese kann zu Erdschlüssen und mitunter auch zu Versorgungsausfällen führen“, erläutert Helmut Hertle den Grund für diese Maßnahme und ergänzt: „Die Ursache ist für Experten nicht nachvollziehbar. Es handelt sich um einen normalerweise sehr robusten und langlebigen Kabeltyp“. Der Netzbetreiber begegnet diesem Phänomen und tauscht die betroffenen Kabel konsequent und so schnell wie möglich aus. „In der Regel rechnet die Branche bei erdverlegten Kabeln mit einer Nutzungsdauer zwischen 60 und 70 Jahren; der Ersatz erfolgt in diesem Fall deutlich früher“, sagt der Geschäftsführer. Geplant wurden die Arbeiten von den Experten der TWS Netz mit Unterstützung eines örtlichen Planungsbüros. Die Tiefbau- und Kabelarbeiten werden von Firmen aus der Region und in enger Abstimmung mit den städtischen Ämtern durchgeführt.

Neue Netzarchitektur in Ravensburg
Während die Verlegung von neuen Kabeln meist unvermeidbare Baustellen mit sich bringt, ist die Neustrukturierung des örtlichen Verteilnetzes in der Ravensburger Innenstadt unbemerkt über die Bühne gegangen. Bisher wurde dieses Stromnetz so organisiert, dass bei punktuellen Ausfällen die umliegenden Verbraucher von einer anderen Seite versorgt werden können. Nachteil: Störungen waren schwierig zu orten. „Wir haben das Netz entflochten und neue, kleinere Leitungsabschnitte gebildet. Dadurch entstand ein stabileres Gesamtversorgungsnetz und Fehler können schneller lokalisiert werden“, erläutert Michael Scheible, Abteilungsleiter Netze.

Schritte gut aufeinander abgestimmt
Mit dem Gesamtpaket entwickelt das Unternehmen konsequent das Stromnetz weiter für die Zukunft. Bereits seit der Übernahme des Stromnetzes im Jahr 2011 investierte die TWS Netz jedes Jahr zwischen 2,2 und 3,1 Mio. Euro in die Modernisierung und den Unterhalt der Strominfrastruktur. Sind die Kabelerneuerungen in  Ravensburg abgeschlossen, geht es 2017 mit Erneuerungsmaßnahmen in Weingarten weiter. Die TWS Netz arbeitet streng nach einem detailliert ausgearbeiteten Plan; denn jeder Schritt im Netz zieht technischen Veränderungsbedarf an einer anderen Stelle nach sich. Dass dabei die Schritte optimal koordiniert werden, dafür sorgt Michael Scheible mit seinem Technik-Team.

Hintergrund:
Die TWS Netz GmbH wurde 2007 gegründet. Ihre Aufgabe ist der Betrieb, der Unterhalt und der Ausbau der örtlichen und regionalen Verteilungsanlagen für Strom, Gas und Wasser sowie die Sicherstellung eines diskriminierungsfreien Netzzugangs. Parallel leistet die Netzgesellschaft in Zusammenarbeit mit regionalen Dienstleistungsunternehmen und in Abstimmung mit den Kommunen aktuell einen wichtigen Beitrag im Zuge des Gelingens der Energiewende. Bei der TWS Netz GmbH sind derzeit insgesamt 86 Mitarbeitende beschäftigt. Das Netzgebiet für die Stromsparte umfasst eine Fläche von zirka 104 km².
Für die Versorgung der Bevölkerung unterhält die TWS Netz GmbH eine Stromkreislänge von 1.043 km sowie 340 technische Einrichtungen.

Weitere Kennzahlen zur Stromversorgung:
Netzabgabe: 405.626 Megawattstunden
Niederspannungskabel: 780 Kilometer
Mittelspannungskabel:  260 Kilometer
Hausanschlüsse:  15.012
Installierte Zähler: 51.826

Stand: 31.12.2013

 

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